System der Regionalen Gesamtrechnungen

Regionale Gesamtrechnungen werden in verschiedenen Gesamtrechnungsgremien bearbeitet. Neben den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) als Kern zählen zum System insbesondere die Erwerbstätigenrechnung (ETR), die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) sowie die Gesundheitsökonomischen Gesamtrechnungen (GGR):

System der regionalen Gesamtrechnungen

» Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (VGRdL)

» Erwerbstätigenrechnung (ETR)

» Umweltökonomische Gesamtrechnungen (UGR) der Länder (UGRdL)

» Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder (GGRdL)


Ferner wird im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg die Regionale Landwirtschaftliche Gesamtrechnung (R-LGR) durchgeführt:

» Regionale Landwirtschaftliche Gesamtrechnung (R-LGR)



Volkswirt­schaftliche Gesamt­rechnungen der Länder (VGRdL)

Die Volkswirt­schaftlichen Gesamt­rechnungen stellen das umfassendste statistische Instrumentarium der Wirtschafts­beobachtung dar. Um ein solches System auch für die Länder zu erstellen, wurde 1954 der Arbeits­kreis „Volkswirt­schaftliche Gesamt­rechnungen der Länder“ gegründet. Diesem Arbeits­kreis gehören die Statistischen Ämter der 16 Bundes­länder sowie das Statistische Bundesamt und das Bürgeramt, Statistik und Wahlen der Stadt Frankfurt am Main als Vertreter des Deutschen Städte­tages an. Vorsitz und Feder­führung des Arbeits­kreises obliegen dem Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.

Das Datenangebot des Arbeitskreises deckt weitgehend die Entstehungs-,Verteilungs- und Verwendungsrechnung auf Länderebene ab. Darüber hinaus werden ausgewählte Aggregate (z.B. Bruttoinlandsprodukt und Wertschöpfung) auf Kreisebene berechnet. Die Berechnungen erfolgen nach dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (z. Zt. ESVG 1995, künftig ESVG 2010). Diese Methodik sichert vergleichbare Ergebnisse der VGR für die Staaten und Regionen Europas.



Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder (ETR)

Dem Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (AK ETR) gehören die Statistischen Ämter der Länder, das Statistische Bundesamt sowie der Deutsche Städtetag an. Der AK ETR hat die Aufgabe, die durchschnittliche Zahl der Erwerbstätigen sowie deren geleistete Arbeitsstunden in einem bestimmten Berichtszeitraum für die Länder sowie für die kreisfreien Städte und Landkreise nach wirtschaftlicher Gliederung zu berechnen und zu veröffentlichen. Diese Informationen dienen zum einen für Politik, Wirtschaft, Verbände und Wissenschaft zur laufenden aktuellen Arbeitsmarktbeobachtung sowie zur Darstellung regionaler und struktureller Entwicklungen und werden zum anderen als Bezugszahlen für Aggregate der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen verwendet.

Den Vorsitz im Arbeitskreis hat seit Oktober 2001 der Präsident/die Präsidentin des Hessischen Statistischen Landesamtes.



Umweltökonomische Gesamtrechnungen der Länder (UGRdL)

Die Umweltökonomischen Gesamtrechnungen (UGR) stellen – im Rahmen der amtlichen Statistik – die Datengrundlage für umweltpolitische Diskussionen und Entscheidungen bereit. Sie beschreiben die Wechselwirkungen zwischen Wirtschaft, privaten Haushalten und Umwelt. Dazu werden beispielsweise Bereiche wie Rohstoff-, Energie-, Wasser- oder Flächenverbrauch sowie Abfall- und Abwasserentsorgung oder Luftemissionen betrachtet. Im Vordergrund stehen dabei die folgenden Fragestellungen:

Seit März 2009 sind alle Statistischen Ämter der Länder an den Umweltökonomischen Gesamtrechnungen auf Länderebene beteiligt, so dass die entsprechende Arbeitsgruppe in Arbeitskreis umbenannt worden ist. Die Federführung obliegt weiterhin dem Geschäftsbereich Statistik des Landesbetriebes Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT. NRW).



Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder (GGRdL)

Die Arbeitsgruppe „Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen“ widmet sich der Bereitstellung von Informationen zur Gesundheitsökonomie auf Landesebene. Schwerpunkte der Arbeiten sind die Gesundheitsausgaben- und die Gesundheitspersonalrechnung sowie der Wertschöpfungsansatz zur Quantifizierung der Gesundheitswirtschaft. Im Rahmen der Gesundheitsökonomischen Gesamtrechnungen werden Rechenwerke entwickelt, die Informationen zu Art und Umfang der erbrachten Leistungen und der dafür eingesetzten Ressourcen sowie zu zukünftigen Entwicklungstendenzen in der Gesundheitswirtschaft bereitstellen.

In dieser Arbeitsgruppe arbeiten derzeit Statistischen Ämter der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen sowie das Statistische Bundesamt unter der Leitung von Sachsen mit.

Die Rechnungen der AG GGRdL basieren auf den gesundheitsbezogenen Rechensystemen des Bundes. Es wird angestrebt, die dort angewendete Methodik auch auf Länderebene umzusetzen.



Regionale Landwirtschaftliche Gesamtrechnung (R-LGR)

Die Regionale Landwirtschaftliche Gesamtrechnung ermittelt den Produktionswert, die Vorleistungen sowie die daraus resultierende Wertschöpfung für den Wirtschaftsbereich Landwirtschaft (ohne Garten- und Landschaftsbau, Forstwirtschaft und Fischerei) nach den Regeln des revidierten Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen – ESVG 1995 – für Deutschland auf Bundesländer- und Regierungsbezirksebene ab dem Kalenderjahr 1991. Im Produktionswert der Landwirtschaft sind neben Verkäufen pflanzlicher und tierischer Produkte – differenziert nach einzelnen Erzeugnissen – auch der betriebliche Eigenverbrauch, die Vorratsveränderungen, die selbst erstellten Anlagen (Vieh) sowie die auf der landwirtschaftlichen Erzeugerstufe erbrachten Dienstleistungen enthalten. Die Vorleistungen fassen u. a. den ertragssteigernden Aufwand (Futtermittel, Handelsdünger, Pflanzenschutzmittel, Saat- und Pflanzgut) sowie die Ausgaben für Energie und die Aufwendungen für die Unterhaltung der Wirtschaftsgebäude und des Inventars zusammen.

Die Berechnungen für die Landwirtschaft in der gesamtwirtschaftlichen Wirtschaftsbereichsuntergliederung der Regionalen VGR stützen sich auf die Ergebnisse der R-LGR.


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